Artikel vom 22. 4. 2007
"im Innern der Stadt...."
Zur Debatte um ein Mahnmal für Wiesbaden
"im Innern der Stadt...." ist eine Initiative der früheren Wiesbadener Kulturdezernentin Margarethe Goldmann und des Musikers Dirk Marwedel, unterstützt u.a. von der Martin-Niemöller-Stiftung. Die Initiative will in Wiesbaden die Debatte um den Bau des geplanten Mahnmals von Jenny Holzer anregen und lebendig halten.
Inzwischen ist die angekündigte Dokumentation erschienen und kann über die Niemöller-Stiftung bestellt werden.
im Innern der Stadt....
1986
Am 19. Juni wird im Wiesbadener Rathaus von allen demokratischen Parteien (CDU,SPD und Grünen) außer der FDP der Beschluss gefasst, allen Wiesbadener Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ein zentrales Mahnmal zu setzen.
1994
legt die international renommierte amerikanische Künstlerin Jenny Holzer anlässlich eines Gestaltungswettbewerbs der Stadt Wiesbaden einen vielbeachteten, künstlerisch durchformulierten Mahnmals-Entwurf vor.
1999
bekräftigen alle demokratischen Parteien ihren Willen, sowohl ein zentrales künstlerisches Mahnmal zu errichten, als auch an authentischen Orten in der Stadt die Geschichte der NS-Schreckensherrschaft konkret zu dokumentieren.
2000
beschließt das Stadtparlament mit den Stimmen aller demokratischen Parteien, Jenny Holzer mit einer baureifen Architektenplanung und den Magistrat mit der Bauvorbereitung für das Mahnmal zu beauftragen.
2001
kauft die Stadt Wiesbaden Jenny Holzers „Wiesbaden Memorial“ an.
2005
Am 16. Juni votiert die Mehrheit des Wiesbadener Stadtparlaments (CDU,FDP und REPs) dagegen, die „umgehende Realisierung des Mahnmals nunmehr endlich in die Tat umzusetzen“ und stattdessen für den Satz: „Die Arbeiten an dem zentralen Gedenkort werden eingestellt.“
2006
Nach der Kommunalwahl bildet sich im Stadtparlament eine Koalition aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP. Bei den Koalitionsverhandlungen wird die Umsetzung des Mahnmals erneut beschlossen - unter dem Opfer des von Jenny Holzer ausgewählten Standortes als Zugeständnis an diejenigen, die im Jahr zuvor gegen das Memorial gestimmt hatten.
Nach Jenny Holzers detailliertem und baufertigem Entwurf dringen mit einer Lichtsäule Geräusche, Klänge, Stimmen aus dem Wiesbadener Boden: Tondokumente, Zeugnisse und Berichte der Zeit der Schreckensherrschaft, vernehmbar nur denen, die hinhören wollen und sich direkt über den in eine sorgsam gestaltete Gartenanlage eingefügten Klang- und Lichtschacht begeben. Sie sollen das Erinnern nicht einer bestimmten Gruppe von Opfern, sondern aller Wiesbadener Opfer der nationalsozialistischen Gewalt wachrufen und wach halten.
Ein Erinnern, das durch die Dimension des Hörens um ein Vielfaches lebendiger und eindringlicher wird als durch ein Mahnmal, das nur dem Auge wahrnehmbar ist. Das Hören erschließt wesentlich tiefergreifende und unmittelbarere Ebenen des Verständnisses und der Verständigung. Damit gibt es besonders jüngeren Generationen die unschätzbare Gelegenheit, sich von diesem Teil der Wiesbadener Geschichte berühren zu lassen und ihn als Teil der eigenen Geschichte anzuerkennen. Die künstlerische Gesamtkonzeption des Memorials von Jenny Holzer vermag seine Besucher zur Besinnung zu führen und kann so vielleicht den Boden bereiten, auf dem das historische Wissen um die Ereignisse und Folgen der NS-Herrschaft erst fruchtbar werden kann.
Dafür eignet sich in Wiesbaden kein Platz besser als der, den Jenny Holzer mit genauem Gespür ausgewählt hat: im Herzen der Stadt, wo damals wie heute mit Rathaus, Kirche und Landtag die politisch und ethisch Verantwortlichen der Stadt versammelt sind, wo so selbstverständlich wie an keinem anderen Ort die Bewohner wie die Besucher Wiesbadens entlang kommen und sich weitgehend ungestört von dauerndem Straßenverkehrslärm auf diese zukunftsweisende Begegnung mit der Vergangenheit einlassen können.
Mit dem Bau des Memorials inmitten dieses Ensembles, in das es auch in architektonischer Hinsicht mit Sicherheit keinen anderen städtebaulichen Eingriff geben wird, für den die Stadt sich ein uneingeschränktes Eigentums- und Verfügungsrecht sichern müsste, würde Wiesbaden bezeugen, dass es ihm mit diesem hellwachen Erinnern im Innersten ernst ist.
Deswegen befürworten wir weiterhin den Bau des Mahnmals nach den Plänen von Jenny Holzer am vorgesehenen Ort.
im Innern der Stadt....
wollen wir die Debatte um den Bau des Mahnmals anregen und lebendig halten
...mit der Herausgabe einer Dokumentation, die die Geschichte des Wiesbadener Mahnmals von 1986 bis heute nachzeichnet. Sie soll in Buchform erscheinen und privat finanziert werden. Sie enthält die städtischen Beschlüsse, den Entwurf von Jenny Holzer sowie Voten der Stadtverordneten.
...mit der Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger, die sich mit uns für den Bau des Holzer-Mahnmals einsetzen wollen, zu einer öffentlichen Befürwortung auf dem ehemaligen Rosengarten neben der Marktkirche, dem Ort, der für den Bau des Mahnmals vorgesehen war und der zur Zeit als Baulager für den Umbau des hessischen Landtags dient.
...mit einem Werkstatt-Gespräch, zu dem wir Jenny Holzer nach Wiesbaden einladen wollen.
Wenn Sie unsere Initiative unterstützen oder zur Diskussion um das Mahnmal beitragen wollen, schicken Sie eine email an info@martin-niemoeller-stiftung.de
Unterschreiben Sie diesen Aufruf per email und spenden Sie, damit die Dokumentation finanziert werden kann, auf das Konto der Martin-Niemöller-Stiftung e.V., Kto.-Nr. 4151-604, Postbank Frankfurt/Main, BLZ 500 100 60 unter dem Stichwort: Dokumentation Mahnmal.
im Innern der Stadt....
ist eine Initiative von Margarethe Goldmann und Dirk Marwedel.
Sie wird bisher unterstützt von:
Prof. Dr. h.c. Clemens Klockner und der FH Wiesbaden;
Prof. Dr. Martin Stöhr und Vorstand der Martin-Niemöller-Stiftung;
Dr. Hans-Christian Bremme;
Andreas Petzold;
Heinz Rosenberg;
Achim Exner, Oberbürgermeister a. D.;
Dr. Volker Rattemeyer, Direktor des Museum Wiesbaden;
Dr. Bernd Kummer;
Elke Gruhn;
Dr. Albert Ernst, Dipl.-Designer;
Helmut Nehrbass Stadtverordneter (SPD);
Wilfried Pfeifer, Pfarrer, Vorsitzender des Vorstands von EVIM;
die Fraktion der Linken Liste: Hartmut Bohrer, Mechthild Coigné, Jürgen Becker;
Klaus Wagner und Rita Struckmann-Wagner;
Klaus Endter, Pfarrer;
Prof. Dr. Monika Simmel-Joachim;
Cornelia Rammelsberg, Dr. Dipl.-Biologin;
Hubert Müller, Stadtverordneter (Bündnis 90/Die Grünen);
Kai-Christopher Burghard, Stadtverordneter (SPD);
Gesine Werner;
Ute Thiel;
Marlies und Helmut R. Lang;
Dr. Doris Kösterke;
Marco Pighetti;
Brigitte Strubel-Mattes;
Walter Barth, Projekt Soziale Stadt, Stadtteilbüro Bauhof;
Rüdiger Steiner, freier Künstler;
Lilo Michel-Käbisch, Lehrerin;
Werner Michel, Lehrer;
Susanne Schwarz, Impuls-Theater;
Martin Plass, Schauspieler;
Alexandra Deutsch, Künstlerin;
BBK – Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler Wiesbaden;
Burkhard Mohr, Komponist;
AKU – Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden;
Erika Enders, Bildende Künstlerin;
Ulrich Phillipp, Musiker;
Jan Prediger;
Gerhard Schulz;
Marcus Giebeler;
Ulrich Böttcher;
Hildegard und Prof. Dr. Valentin Merkelbach;
Günther Krieger, Dipl.Designer;
Wolfgang Gemmer, Künstler;
Michael Rennebeck, Unternehmer;
Gabi Sonntag;
Sven Gerich, Stadtverordneter (SPD);
Annette Majewski, Pfarrerin;
Dr. Renate Petzinger, Museum Wiesbaden;
Miriam Merz, Museum Wiesbaden;
Hanne Dannenberger, Museum Wiesbaden;
Jörg Daur, Museum Wiesbaden;
Heide Hintze, Dipl.-Pädagogin;
Ulrich Meyer-Husmann;
Hans-Georg Bastiné;
Ernst-Ewald Roth;
Sylvie und Matthias Meyer-Esche, Lehrer;
Walter Siegrid Hahn;
Sabine Lembens-Dapper;
Reinhard Dapper, Dipl.-Ingenieur;
Gabriel Dessauer, Kantor;
Mirella Eckhardt, Grafik-Designerin;
Christopher Pfannebecker, Grafik-Designer;
Birgitta Hell;
Karl-Georg Mages, Jurist;
Maren Heyn;
Uwe Oberg, Musiker;
Margret Trescher, Dipl.-Kulturpädagogin;
Wolfgang Schliemann, Musiker;
Sybille Wolf, Verlagsangestellte;
Julia Beltz, Grafikerin;
Christoph Schmitt, Landschaftsarchitekt;
Hendrik Jung, Journalist;
Veronika Fass, Künstlerin;
Ruth Akasoy;
Sven Kötschau;
Richard Altz;
Regina Maaß;
Alex Slotty;
Margot Schäfer;
Gaby Wolf;
Nadine Ruf;
Dennis Volk-Borowski;
Hans Peter Schickel;
Karl Roßel;
Astrid Busse;
Jörg Jordan;
Vera Gretz-Roth;
Christian Lahr;
Evelyn Pflugradt;
Marc Paffenholz;
Dieter Horschler;
Christiane Munzel;
Michaela Höllriegel, Stadtplanerin;
Kay Zapel, Dipl.-Pädagogin;
Heinz Thurn;
Hildegard Bierke, Sekretärin;
Elke Stangl, Hausfrau;
Karl Stangl, Rentner;
Renate Freund;
Hans Freund;
Christoph Manjura, Student;
Silke Schmöker, wissenschaftl. Mitarbeiterin;
Jörg Bourgett;
Rebecca Wilhelm, Studentin;
Steffen Lemke;
Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin;
Boris Tiemann;
Oli von der Heidt;
Margarete Unkhoff;
Klaus-Jürgen Büttner;
Angelika schmidt;
Hiltrud Wall;
Anita Hebenstreit;
Mechthild Behr;
Klaus Arnold;
Günter Gablenz;
Dieter Schörnig;
Manfred Schmidt, Selbständiger;
Martina Häusl-David;
Dr. Ulrich Schmidt;
Christa Wülfrath;
Gerhard Vorndran;
Helmut Fritz;
Hermann Schiel;
Stephan Belz, Student;
Rainer Pahls;
Hendrik Schmehl;
Hans M. Maus;
Petra Vogt;
Franz Seitz;
Prof. Dr. Volker Nitzschke;
Michael David, Polizeibeamter;
Robert Grohmann;
Christian Lehr;
D. Maurer, Systemprogrammierer;
Christiane Schmerbach;
Gerd Schmerbach;
Mathias Zöller, Student;
Sigrid Brandmann;
M. Lehmann;
Marianne Weg;
Christel Sans-Gruber;
Ute Friedemann, Dipl.-Sozialpädagogin;
F. J. Vomberg, Pensionär;
Matthias Kollatz- Ahnen, Leitender Bankangestellter;
Elke Lambert;
Werner Wahler, Rentner;
Dr. Rashid Delbasteh, Geowissenschaftler;
Petra Gladitz, Angestellte;
Michaela Apel, Rechtsanwältin;
Wolfgang Stasche, Rentner;
Inge Groebel, städt. Angestellte;
Stefan Wolf, Dipl.-Physiker;
Bärbel Hegenberg, Angestellte;
Hartmut Bernd, Beamter a. D.;
Thomas Knierim;
Christel Dittmar;
Helmut Fleischer-Brachmann;
Susanne Prediger;
A. Schardt;
Urban Egert;
Hans-Jürgen Pflugradt, Rechtsanwalt;
Brigitte Paufler;
Doris Leitz;
Joachim Schipper;
Hans Jörg Tröscher;
Jürgen Striebinger;
Angela Schneider, Verlagskauffrau;
Dieter Suppes, Handelsvertreter;
Klaus Ries;
Erika Fleuren;
Hans-Ludger John;
Dorothee Giani;
Andreas Winckelmann;
Adolf Raima;
Helena Päßler, Schulleiterin;
Marion Erfurt-Dear;
Tanja Doerflinger;
Stefan Breuer, Dipl.-Politologe;
Sabine Katzer-Ebert;
Jörg Klette;
Jürgen Geisler;
Wolfgang Reinsch, Beamter;
Ursula Vogt;
Christian Vogt;
Daniel Krämer;
T. Faller, Beamter;
Jochen Holtmann;
Meral Önkilic;
R. Jovanovska;
Werner Lichtenberg;
Michael Vlcek;
Bruno Kerekes;
Ralf Berthold;
Hanne Tudorica;
Jaroslav Enderst;
Monika Förster;
Alexandra Stötzner;
Daniel Bachmann;
Gianluca Paglia;
Thorsten Fritz;
Alfred Matejka, Dreher;
Wolfgang Schmauß;
Marcel Pancherz;
Ullrich Jansen, Maschinenbautechniker;
Peter Papic;
Hans-Gerd Ofinger;
Elke Matejka;
Manfred Keil;
Volker Jubileum, Rettungsassistent;
Thomas Kohl, techn. Angestellter;
Hanspeter Domas;
Heidi KollecKer;
Tobias Enderst;
Frank Isterhell;
Fabio Cosentino;
Peter Friebel;
Nikolaj Deisling;
Marvin Sparwasser;
Alessandro Paglia;
Peter Silbereisen, Schauspieler,
Kontaktadresse:
Martin-Niemöller-Stiftung z.Hd. Claudia Sievers,
Steingasse 9, 65183 Wiesbaden,
Tel.: 0611/9545486
Spendenkonto:
Postbank 4151604 BLZ 51090000 Stichwort „Mahnmal“



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